Campus Nord der Bundesdruckerei Berlin I 2016 I 3. Preis

begrenzt offener Realisierungswettbewerb

Architektur TRU Architekten, Berlin

Bundesdruckerei GmbH
1,4 ha I KG 500 2,5 Mio EUR
Philipp Rösner I Dominikus Littel

Die Bundesdruckerei mit ihrer gut 250 jährigen Geschichte steht mehr als jedes andere Berliner Unternehmen für den Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne.

Als Unternehmen hat sie einen ständigen Wandel durchlaufen, welcher sich nicht nur in der Ausrichtung des Unternehmens niederschlägt, sondern gerade auch in der baulichen Entwicklung des heutigen Geländes der Druckerei sichtbar wird. Der Wandel dieses Traditionsunternehmens hin zu einem innovativen Hochtechnologieunternehmen soll sich nun auch baulich und freiräumlich auf dem Areal des Unternehmens manifestieren.

Zu diesem Zweck wird ein moderner Campus geschaffen, der mit vielfältigen Aufenthaltsqualitäten für die Mitarbeiter und einem in Berlin einzigartigen Charakter, der dem Image und den Ansprüchen eines Hochtechnologieunternehmens gerecht wird. Durch die prägnante Gestaltung entsteht ein charakteristischer Campus, mit dem sich Mitarbeiter identifizieren können und der gleichzeitig einen hohen repräsentativen Eindruck für Besucher und Kunden vermittelt.

Um den heterogenen Gebäudekomplex zu einem Campus zusammenzubinden, wird ein einheitlicher Belagteppich unter das gesamte Ensemble gelegt. Dieser Teppich aus großformatigen Betonplatten, inspiriert von der Bildverschlüsselungstechnick des "Verpixelns", schafft einen einladenden und gleichzeitig funktionalen Campus.

Die farbliche Ausdifferenzierung des Plattenmusters gliedert den Campus gestalterisch in unterschiedliche Bereiche. Die Zonierung der Aufenthalts- und Funktionsbereiche wird über das Anheben einzelner Platten zu Sitzelementen, der Setzung von Bäumen und einem großzügigen Holzdeck geschaffen. Durch diese Elemente ergeben sich wahrnehmbare Raumkanten, ohne dass störende Markierungen oder Fahrbahneinfassungen nötig werden. Der Campus bleibt als Ganzes multifunktional nutzbar und stellt zugleich Anlieferungen und interne Funktionszusammenhänge zu jeder Zeit sicher.

Die Baumsetzung innerhalb des Campus unterstützt die Zonierung und signalisiert dem Nutzer die jeweilige Widmung des Bereiches. Eine Baumachse (Acer x neglectum) in Ost-West Richtung bildet einen semipermeablen Raum, an dem sich drei Aufenthaltsbereiche aufspannen. Die Aufenthaltsbereiche erhalten jeweils ein Baumdach aus mehrstämmigen Kleinbäumen (Acer negundo 'Kelly's Gold), die durch ihre geringe Wuchshöhe einen intimeren, privaten Charakter vermitteln.